25. Jun 2020

Markttreiben unter dem Kirchturm

Hövelhof. „Mit der Umgestaltung des Kirchplatzes sollte sich auch wieder mehr Leben im Schatten des Kirchturms abspielen“, sagt Gemeindereferent Bertold Filthaut. Dass die drei großen Sonnensegel am Pfarrheim seitdem allen Besuchern Schatten spenden, ist dabei nur eine Marginalie. Er setzte sich dafür ein, dass der donnerstägliche Wochenmarkt vom Hövelmarkt auf den benachbarten Kirchplatz umzieht. Seit fast zwei Jahren bauen die Marktbeschicker ihre Stände nun hier auf. Mit dem Standortwechsel sind sie sehr zufrieden.

Sie fühlen sich auf dem Kirchplatz wohl - Foto: Wortart, Almut Thöring
Sie fühlen sich auf dem Kirchplatz wohl - Foto: Wortart, Almut Thöring
(v.l.): Die beiden Marktbeschicker Alexander Hüser und Kurt Pohlmeyer, Kundin Fabienne Förster und Gemeindereferent Bertold Filthaut, der den Umzug des Wochenmarktes initiierte.
© Wortart, Almut Thöring

Hövelhof. „Mit der Umgestaltung des Kirchplatzes sollte sich auch wieder mehr Leben im Schatten des Kirchturms abspielen“, sagt Gemeindereferent Bertold Filthaut. Dass die drei großen Sonnensegel am Pfarrheim seitdem allen Besuchern Schatten spenden, ist dabei nur eine Marginalie. Er setzte sich dafür ein, dass der donnerstägliche Wochenmarkt vom Hövelmarkt auf den benachbarten Kirchplatz umzieht. Seit fast zwei Jahren bauen die Marktbeschicker ihre Stände nun hier auf. Mit dem Standortwechsel sind sie sehr zufrieden.

Kurt Pohlmeyer mit seinem Obst- und Gemüsestand verkauft seit 1987 auf dem Hövelhofer Wochenmarkt. Das Urgestein kennt alle drei Standorte. „Ich kam auf Einladung von Gustav Theismann damals in die Einkaufszone. Da standen wir zehn Jahre, bevor wir auf den Hövelmarkt umzogen“, erinnert sich Pohlmeyer. „Jetzt, auf dem Kirchplatz, ist die Resonanz deutlich besser geworden. Nicht nur der Umsatz, sondern auch die Kundenfrequenz. Durch die Einsicht von der Straße haben wir viel mehr Laufkundschaft“, stellt er zufrieden fest. Menschen, die sich spontan zum Einkauf entscheiden, kommen sowohl von außerhalb, als auch aus Hövelhof selbst. So wie Fabienne Förster. Auf dem Weg zur Arbeit versorgt sich die junge Frau mit frischem Obst und einem Glas Pesto, das sie bei Alexander Hüser kauft. Der Inhaber eines Catering-Services aus dem benachbarten Ostenland bietet erst seit April seine Spezialitäten, viele aus heimischem Wild, in Gläsern an. Er wünscht sich, genau wie Pohlmeyer, noch mehr Farbtupfer auf dem Markt, um den Flair unterm Kirchturm weiter zu verdichten. Ein Blumenstand und ein Stand mit feinem Gebäck stehen auf der Wunschliste der beiden Männer ganz oben.

Bertold Filthaut ist mit allen Marktbeschickern regelmäßig im Dialog, versucht, es auch für sie angenehm zu machen. „Wir wünschen uns, dass die Menschen hier bei uns eine gute Atmosphäre vorfinden, Marktbeschicker wie Kunden.“ Er hofft, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen; Gespräche über Gott und die Welt. Vor Corona hat das schon sehr gut funktioniert. „Als wir Kaffee oder Kaltgetränke angeboten haben, wurden wir gleich gefragt: ,Was kostet das?‘“, erinnert sich Filthaut. „Da spürte man, dass die Menschen sich sofort verpflichtet fühlen.“ Doch das Gegenteil möchte er erreichen. „Wir wollen als Kirchengemeinde einfach in Kontakt bleiben mit den Menschen und uns als Gesprächspartner anbieten, ohne dass sich jemand verpflichtet fühlen muss.“ Viele seiner Unterhaltungen berühren den Alltag. Da geht es um Hövelhof, oder um Fußball. „Aber manchmal ergibt sich auch ein seelsorgliches Gespräch. Diese Menschen,“ da ist Filthaut sicher, „würde ich sonst nie erreichen.“

Mit kleinen, ausgesuchten Aktionen versucht die Kirchengemeinde, die Attraktivität des Kirchplatzes weiter zu erhöhen. Das Adventssingen der Kita-Kinder ist besonders beliebt. Da kommen neben den Eltern auch Großeltern, Paten und Freunde zum Zuhören. Filthaut: „Für die Zukunft nach Corona kann ich mir vorstellen, dass wir in der Kirche auch einen Mittagsimpuls anbieten: zehn Minuten für die innere Einkehr.“ Bis dahin bleibt es allen Marktbesuchern unbenommen, für sich alleine in die Kirche zu gehen, vielleicht eine Kerze anzuzünden oder einfach nur bei einem Gebet die Kühle und Stille des Gotteshauses zu genießen.

Frischer Fisch auf dem Hövelhofer Wochenmarkt - Foto: Wortart, Almut Thöring
Frischer Fisch auf dem Hövelhofer Wochenmarkt - Foto: Wortart, Almut Thöring
Saswan Al Gendo bietet auf dem Hövelhofer Wochenmarkt frischen Fisch wie den großen Lachs, aber auch Fischsalate an. Gemeindereferent Bertold Filthaut kennt die Marktbeschicker alle persönlich und bietet sich auch ihnen regelmäßig als Gesprächspartner an.
© Wortart, Almut Thöring

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