21. Aug 2020

Das schwere Los des kirchlichen Ordnungsdienstes

Das schwere Los des kirchlichen Ordnungsdienstes

Hövelhof. Sie haben kein leichtes Ehrenamt übernommen. Ohne ihren Einsatz könnten die Gottesdienste wegen der strengen Corona-Auflagen in der Pfarrkirche überhaupt nicht stattfinden. Und doch müssen sie sich hin und wieder Beleidigungen oder Beschimpfungen von Gottesdienstbesuchern anhören. Die über 50 Frauen und Männer, die den Empfangs- und Ordnungsdienst für die Heiligen Messen stellen, müssen viel aushalten und ernten wenig Dank.

Das empfindet auch Raphael Athens, der sich seit Anfang an um die Bereitstellung und Personaleinteilung des Ordnungsdienstes kümmert. „Unsere Helfer ermöglichen der Gemeinde, dass das Gemeindeleben weiter stattfinden kann. Da ist es unangemessen, wenn Gottesdienstbesucher vorlaut werden oder sich gegen die geltenden Regeln verhalten“, sagt er.

Die Zahl der zur Verfügung stehenden Sitzplätze ist endlich. Mehr als 87 Personen haben in der Hövelhofer Pfarrkirche keinen Platz. Und die sind, das haben vor allem die vergangenen Sonntage gezeigt, schnell belegt. Jeder Gottesdienstbesucher muss einen Kontaktzettel für den Gottesdienstbesuch ausfüllen. Diese Zettel liegen in der Kirche zum Mitnehmen aus, sind aber auch im Download hier auf der Homepage in der Rubrik "Gottesdienste" erhältlich. 

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Wer ohne Zettel kommt, muss diesen vor dem Eintritt zuerst ausfüllen. Aber: Wer mit einem bereits ausgefüllten Zettel kommt, darf an der Schlange vorbei sofort in die Kirche eintreten. Genau, wie man es bei online erworbenen Museums-Eintrittskarten her kennt. Und wenn alle Plätze belegt sind, ist es so: Überzählige Besucher dürfen der Messe dann nicht beiwohnen. Egal, ob man vorher in der Schlange stand um seine Personalien einzutragen, oder ob man einfach zu spät gekommen ist.

Dank gilt dem Ordner-Team
Dass den Menschen das Zettelausfüllen nicht behagt, kann Athens nachvollziehen. „Die Corona-Regeln gelten aber für uns alle. Das wird uns noch eine Weile begleiten“, ist er sicher. „Diese Vorgaben hat sich unser Ordnungsdienst nicht ausgedacht, um die Gläubigen zu verärgern. Sie dienen unser aller Sicherheit.“ Er ist, wie vor allem das pastorale Team, dankbar, dass sich Helfer für den Ordnungsdienst finden. Alle drei Monate rolliert der Einsatzplan. Zum überwiegenden Teil sind es Schützen der St. Hubertus-Schützenbruderschaft Hövelhof aus der Dorfkompanie und der Mühlenkompanie. Aber auch Messdiener, Mitglieder der Kolpingsfamilie und andere Gemeindemitglieder stellen sich für das Amt Woche für Woche zur Verfügung. Sie kontrollieren nicht nur, künftig sogar verstärkt, dass die Kontaktzettel korrekt ausgefüllt sind, sie müssen die Gläubigen auch immer wieder daran erinnern, die Alltagsmaske zu tragen und sich die Hände vor dem Betreten der Kirche zu desinfizieren. Raphael Athens: „Da wünschten wir uns bei vielen eine simple Selbstverständlichkeit im Umgang mit den Regeln. Das sollten gläubige Christen im Sinne der Nächstenliebe eigentlich gut hinbekommen.“

Sonntags Lautsprecher-Übertragung auf Kirch-Vorplatz
Die Kirchengemeinde reagiert auf die Situation. „Seitdem wir wieder Intentionen annehmen, ist es sehr voll in der Kirche geworden“, weiß Gemeindereferent Bertold Filthaut. Das Platzangebot in der Kirche kann er jedoch nicht verändern, es ist gemeinsam mit dem Ordnungsamt abgestimmt. Eine Alternative für die Gottesdienstteilnahme in der Kirche bietet er aber an: „Wir laden die Gläubigen deshalb künftig ein, draußen auf dem Kirchplatz mitzufeiern. In Hövelhof (ab 23.08) wie auch in Delbrück (ab 30.08.) werden wir den Gottesdienst sonntags per Lautsprecher auf den Kirch-Vorplatz übertragen. Auch die Kommunion wird draußen durch den Zelebranten oder einen Kommunionhelfer erteilt“, verspricht er. „Es liegt uns sehr am Herzen, den Gläubigen Unannehmlichkeiten zu ersparen. Wir bitten um Verständnis für die schwierige Situation, setzen aber auch auf die Einsicht, aufeinander gut aufzupassen“, appelliert er an die Gläubigen.

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