21. Aug 2021

Generationswechsel steht an - Gesucht: Facilitiy Manager und CEOs

Der erste gemeinsame Gang führt in die Pfarrkirche in Espeln. „Wir sind die kleinste Gemeinde im Pastoralverbund und haben dementsprechend auch eine kleine Kirche“, sagt Uli Hermbusche. Seit 2000 ist er Kirchenvorstandsmitglied, seit 2012 Finanzausschuss- mitglied. Als solcher ist er ebenfalls als Delegierter Mitglied im Gesamtpfarrgemeinderat (GPGR). „Unsere Kirche ist der Mittelpunkt des Ortes. Das soll sie auch bleiben“, hofft er. Die Chancen stehen gut. „Täglich kommen Menschen in die Kirche. Das sehe ich an den Kerzen, die hier jeden Tag angezündet werden. Für die Arbeit in der Gemeinde wie im GPGR benötigen wir tatkräftige Unterstützung“, hofft er auf interessierte Neulinge bei den anstehenden Wahlen. „Jetzt ist Zeit für die nächste Generation“, findet Hermbusche.

"Jetzt ist Zeit für die nächste Generation"
"Jetzt ist Zeit für die nächste Generation"
meint Uli Hermbusche aus Espeln, der als Delegierter des gemeinsamen Finanzauschusses dem aktuellen Gesamtpfarrgemeinderat angehört.
© Almut Thöring, Wortart

Wie organisieren Sie die Arbeit im Kirchenvorstand jetzt? Und was oder wen benötigen Sie?
Hermbusche: Wir haben mal den jüngsten Kirchenvorstand gestellt. Nun sind wir sechs Personen zwischen 47 und 62 Jahre alt, alles Männer. Meine Wahlperiode im Kirchenvorstand dauert noch bis 2024. Genug Zeit also, um eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger einzuarbeiten. Wir sind alles Handwerker. Einen Kaufmann oder eine Bankerin – die könnten wir in unserem Team gut gebrauchen, so als CEO (lacht).

Spielt der Beruf denn eine Rolle, wenn Menschen sich für die Mitarbeit im Finanzausschuss oder Kirchenvorstand zur Verfügung stellen?
Hermbusche: Nein, der spielt keine Rolle. Wir haben mit unseren Mitgliedern die Erfahrung gesammelt, dass wir in Espeln ganz viel selbst organisieren und bewerkstelligen können. Eine Meldung in der WhatsApp-Gruppe – und es läuft. Aber es ist wie im Beruf: Die Anforderungen auch an die Ehrenämtler wachsen, man lernt viel. Ich zähle mich zu den handfesten Facility Managern der Kirche. Wir vom KV halten die Gebäude instand. Aber fürs Verwalten der Finanzen wäre jemand mit kaufmännischen Kenntnissen eine sehr große Bereicherung. Das ist für mich als Laien schon eine echte Pflichtaufgabe, das gebe ich zu. Und die kostet mich deshalb auch viel Zeit, die ich effektiver in andere Dinge investieren könnte.

Müssen Sie für Ihre Tätigkeit im Kirchenvorstand viel Zeit aufbringen?
Hermbusche: So mal eben mache ich das nicht. Es hilft schon, im Ort gut bekannt zu sein. Da ist dann Unterstützung schnell zur Hand. Wenn wir im Kirchenvorstand mit kaufmännischen und handwerklichen Kompetenzen zusammensäßen, ginge die Arbeit sicher viel schneller. Ich hoffe wirklich sehr, dass jüngere Gemeindemitglieder sich für die Mitarbeit begeistern können. Letztlich muss ja jeder selbst wissen, welche Sache ihm oder ihr wichtig ist. Wenn wir keine Personen mehr für unsere Arbeit gewinnen, werden wir vom Gemeindeverband verwaltet werden. Dann wird uns nicht nur die Arbeit abgenommen, sondern auch die Entscheidungsfreiheit. Das möchte ich für Espeln nicht.

Sie sind neben ihrer Tätigkeit als Mitglied in Finanzausschuss und Kirchenvorstand auch Delegierter im Gesamtpfarrgemeinderat. Welche Aufgabe ist interessanter?
Hermbusche: Der GPGR hat mehr erörternde und beratende Funktion. Und im Finanzausschuss und Kirchenvorstand der Gemeinde beraten wir – und entscheiden dann auch. Unsere Entscheidungen bekommen Verbindlichkeit durch Beschlüsse, die wir fassen müssen. Das mag ich, das liegt mir persönlich mehr. Gut ist, dass man immer, egal in welchem Gremium, Hilfestellungen erhält. Bei der Umsetzung gibt es, das sage ich ehrlich, schon mal Nackenschläge, aber eben auch positive Rückmeldungen.

Was wünschen Sie sich für ihre noch offenen drei Jahre im Kirchenvorstand?
Hermbusche: Ich vertraue darauf, dass wir künftig noch mehr voneinander lernen und nicht argwöhnisch schauen, was andere Gemeinden umsetzen. Das Zusammenspiel, das sollte noch harmonischer werden. Es wird gewiss nicht einfach werden, denn durch Corona haben sich die Menschen gut eingeigelt. Früher haben wir in Espeln auch vor oder nach dem Gottesdienst miteinander Gespräche geführt. Das ist weggebrochen. Genau wie bei den Messdienern und der Landjugend – diese Gruppierungen müssen sich erst wieder neu finden. Der Nachwuchs ist von den Großen eingeführt worden. Das ging ja jetzt alles nicht. Diese Lücken müssen wir erstmal füllen. Bei Offener Ganztagsschule oder einem zehnstündigen Schultag zuzüglich Busfahrt zur weiterführenden Schule ist das für die Kinder schwer umzusetzen. Denn Spaß muss das Ehrenamt machen, damit man dabeibleiben möchte. Egal ob als Kind oder als Erwachsener.

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