02. 04. 2026
Hövelhof. Die Problematik emotionaler wie sozialer Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen nimmt nachweislich zu. Wer einsam ist, kann weder sein Herz ausschütten noch seine soziale Kompetenz trainieren. Für Kinder und Jugendliche kann das weitreichende negative Folgen haben. Dr. med. Steffi Koch-Stoecker, Oberärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie im Evangelischen Klinikum Bethel, hat deshalb eine Initiative ins Leben gerufen:
»Ein Projekt gegen Einsamkeit. Gemeinsam wachsen. Zusammen WIRken.« heißt es. Sie stellt dessen Ansätze sowie erste Erfahrungen in der Arbeit mit betroffenen Kindern und Jugendlichen auf Einladung von Gemeindereferent Bertold Filthaut und der Arbeitsgruppe „Leben hat viele Gesichter“ am Mittwoch, 15. April, um 19 Uhr im Johannes in der Schloßstraße 10 vor. Der Eintritt zu diesem Informationsabend, der sich an Eltern wie Pädagogen wendet, ist frei.
„Wir bieten in unserem Projekt Kindern und Jugendlichen, die sich einsam fühlen, eine Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und wieder Teil einer Gemeinschaft zu werden“, beschreibt die Leiterin. Ihr Projekt richtet sich an Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren und Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren.
Steffi Koch-Stoecker und Theresa Hornischer von der unterstützenden wie fördernden Liz-Mohn-Stiftung, zwei teilzeitbeschäftigte Psychologinnen und eine Pädagogin arbeiten nach gut einjähriger Vorbereitung seit Juni 2025 pro Halbjahr für und mit insgesamt 20 Kindern. Sechs Monate dauert für die Kinder die aktive Begleitung des Durchgangs, um sich wieder als Teil einer Gemeinschaft fühlen zu können. Wertvolle Unterstützung leisten dabei eigens geschulte Ehrenamtliche im Alter von 20 bis 70 Jahren. Sie sind als Mentoren verlässliche Ansprechpartner für die Betroffenen und über den regulären Zeitraum sogar noch drei weitere Monate für „ihre“ Kinder da.
„Wir erwachsenen Beteiligten arbeiten nun zusätzlich daran, das helfende Netzwerk für die Zielgruppe zu vergrößern. Das beinhaltet beispielsweise, Multiplikatoren wie Schulen, Schulsozialarbeitende, Kinderärzte, Ambulanzen aber auch Jugendämter und Beratungsstellen zu finden, die Informationen über unsere Arbeit an die Familien weiterleiten“, erläutert Koch-Stoecker.
Was die Einzel- und Gruppentrainings für Kinder- und Jugendliche beinhalten, wie deren Selbstvertrauen mit Spielen, Workshops und kreativen wie kulturellen Aktivitäten gefördert wird, damit sie ihre Stärken in der Gemeinschaft entfalten können, ist Thema des Abends.
Auch, wie und wo Eltern betroffener Kinder und Jugendlicher für ihre Familie und sich selbst Anregungen und Hilfe holen können. Im Anschluss des ca. 45-minütigen Vortrags steht die Referentin gerne für Fragen zur Verfügung.